20.10.2009 - Typisierung - Aktionstag

20.10.2009 - Typisierung - Aktionstag

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Tag der Typisierungsaktion

Ein Bericht aus der Sicht eines Teilnehmers

Sonntag, 06:30 Uhr:
Der Wecker klingelt. Ich schüttle die Müdigkeit ab, mache Morgentoilette und frühstücke anschließend.

Natürlich läßt mich die Typisierungsaktion am Frühstückstisch etwas wortkarg erscheinen, aber in Gedanken bin ich bereits am Ort des Geschehens.

Habe ich alles bedacht was benötigt wird?
- mein Laptop ist vorbereitet
- die UTMS-Verbindung funktioniert (die ersten Tests in der Halle waren aber enttäuschend - brauche einen anderen Platz)
- der Messenger ist installieret (der Messenger ist ein Programm für "Online-Plauderei" (Chat) in Echtzeit) und er funktioniert - zumindest von zu Hause aus
- die Onlineauftritte sind aktuell
- die Digitalkamera ist bereit

07:30 Uhr:
Ich nehme meine Ausrüstung und mache mich zu Fuß auf den Weg: Untergasse, Sandgasse, Theodor-Heuss-Ring, Mehrzweckhalle. Etwa 15 Minuten Fußweg.

Die Halle ist schon offen und alle, die bereits da sind, bereiten das Foyer vor. Das konnten wir, wegen einer Veranstaltung am Vorabend, nicht vorbereiten.

In der Küche herrscht auch schon Hochbetrieb. Die Verpflegung für die Helfer wird vorbereitet. Die Kuchentheke wird aufgebaut. Laufend kommen neue Kuchespenden. Die Betreuungsecke für unsere jüngsten Besucher wird eingerichtet.

Ich helfe die ersten halbe Stunde mit, damit wir bis 10:00 Uhr einsatzbereit sind. Danach suche ich einen Platz mit Stromanschluß, denn die Batterie meines Laptop hält nicht besonders lange. Neben dem Eingang zur Halle finde ich das, was ich suche. Aufbau. Gerät einschalten und testen. Die Verbindung ins Internet funktioniert. Aber die Leistung ist ziemlich mittelmäßig. Die ersten Tests mit Skype sind aber niederschmetternd - es kommt bei der Gegenstelle nichts an - zu langsam. Mit Skype wollten wir Robin die Gelegenheit geben, das Geschehen an seinem PC zu verfolgen. Nach draußen gehen bringt auch nichts, denn das Kabel meiner Kamera ist nicht so lang, dass es vernünftige Bilder aus der Halle liefern kann.

08:30 Uhr:
Maria Kostoglou trifft ein. Wir laden das Material aus und bringen es an die Stationen, wo es gebraucht wird. Ein Teil der Helfer - es sind bereits weit über 50 - ist auch schon eingetroffen und informiert sich, wo sein Platz sein wird. Auch der leitende Arzt Dr. Klaus Kuhn aus Osterburken trifft ein.

Die Küche ist bereit - der erste Kaffee kann an die Helfer ausgegeben werden. Die Mannschaft versorgt sich mit Getränken. Immer mehr Kuchen treffen ein. Eine Sicherung brennt durch - der Fehler ist aber schnell gefunden und das defekte Gerät wird ausgetauscht. Ich mache die ersten Bilder. Der Info-Tisch am Eingang zur Halle wird gerichtet, Spendenkassen werden in ausreichender Zahl aufgestellt. Wir bekommen unsere T-Shirt, damit die Helfer auch als Helfer erkannt werden.

Markus Huber hat die Vorbereitungen des Bereichs der Blutentnahme mit seiner Mannschaft abgeschlossen. Das Material für die Vor- und Nachkontrolle ist gerichtet und nun sind alle Helferinnen und Helfer da. Die Einweisung kann beginnen.

09:00 Uhr:
Maria Kostoglou von der DKMS Deutsche Knochenmarkspender Datei gGmbH sammelt alle, die mit der Typisierung direkt zu tun haben in der Halle und macht ihre Einweisung. Es ist schon beeindruckend, wenn man die fast 130 Helferinnen und Helfer auf einmal sehen kann!

Ich habe noch immer keinen geeigneten Platz gefunden und werde das Vorhaben, mit Skype Robin von der Aktion zu berichten, wahrscheinlich aufgeben. Einen Versuch mache ich aber noch mit einer niedrigeren Qualtität bei den Videobilder: auch nichts - bei Robin bleibt alles schwarz - es kommen die Bilder nur einzeln an, so dass nichts zu erkennen ist. Ich bin sehr enttäuscht. Man muss mal was an der Hallentechnik machen...

09:30 Uhr:
Kaum zu glauben! Die ersten 30 Spender stehen schon im Foyer! Nur gut, dass wir die Kuchentheke und unser Getränkeangebot haben! Mit einigen Spendern komme ich ins Gespräch. Deren Gründe, sich typisieren zu lassen, sind sehr unterschiedlich:

- ich wollte es sowieso machen lassen und hier habe ich die Gelgenheit dazu,
- ich kenne die Familie und deshalb will ich Robin und den anderen Betroffenen helfen,
- ich will mithelfen, dass es immer mehr Stammzellenspender gibt,
- einfach so - weil jemand Hilfe braucht.

Zwischenzeitlich, es ist kurz vor dem Einlass, ist das Foyer voll von Stammzellenspendern!

Ich schau mal in die Halle: die Einweisung dauert noch an. Markus Gessler signalisiert: noch ca. 10 Minuten.

10:15 Uhr:
Einlass! Die Halle ist voll - alle Plätze der Vorkontrolle sind belegt - ein guter Anfang!

Ich gehe mal ins Internet und schaue nach, ob neue Nachrichten, die unsere Aktion betreffen, eingegangen sind. Einige befreundete Kameradschaften lassen uns wissen, dass Sie auch Ihren Beitrag leisten wollen.

11:00 Uhr
Unser Bürgermeister und Schirmherr ist da. Markus Gessler und Maria Kostoglou führen ihn durch die Halle und zeigen ihm, "was da abgeht". Einige größere Spenden (mehr dazu auf unserer Sponsorenseite) werden übergeben. Und wir haben bereits jetzt unseren 300. Stammzellenspender seinen Preis aushändigen können!

12:00 Uhr:
Seit der Öffnung der Halle haben nun bereits über 600 Menschen sich typisieren lassen. Damit ist auch der Preis für den 600. Spender "verbraucht". Ich versuche zusammen mit Sanya Gessler den Besucherstrom zu organisieren. Der Andrang an der Kuchentheke ist groß, die Plätze im Foyer sind immer besetzt.

Dass die Leute sich aber auch immer im Eingangsbereich der Halle unterhalten müssen! Ich sollte mal im Internet in Erfahrung bringen, ob das die übliche "Verhaltensweise" ist...

Maria Kostoglou von der DKMS sagte uns im Vorgespräch, dass - wenn sie entspannt schaut - keine Probleme zu erwarten sind. Ich schau mal nach ihr: sie sieht sehr entpannt aus! Prima!

Was wir vermuteten, traf nun ein: der Besucherstrom läßt in der Mittagszeit etwas nach. Dadurch hatten unsere Helfer die Möglichkeit, etwas zu Essen und zu trinken.

14:00 Uhr:
Unser Danke schön für den 900. Spender hat den Besitzer gewechselt und der Zustrom hat wieder zugenommen. Im Foyer mussten sogar einige Plätze, die für die Kinderbetreuung reservisrt waren, für unsere Besucher frei gemacht werden. Meinen Plan, per Skype an Robin zu berichtigen, musste ich wegen der miserablen Geschwindigkeit aufgeben. Schade.

14:30 Uhr:
Der Gratisauftritt von Diva Maria (Andreas Münch aus Heidersbach) für den 1000. Spender wurde übergeben! Unsere Pessimisten in den eigenen Reihen erkennen nun neidlos an, dass wir richtig geplant haben! Die Aktion ist schon jeztzt eine Erfolg! Was wir jetzt noch brauchen, sind Geldspender. Ich bin optimistisch, dass diese Hürde auch noch genommen wird, denn das Spendenkonto bleibt noch über den Jahreswechsel hinaus geöffnet. Und um die Spendetätigkeit zu fördern, gibt es auch schon Ideen...

Kurz vor vier Uhr dann noch eine Überraschung: Robin kommt mit seiner Familie zu uns! Markus Gessler übergibt ihm dabei ein Sweatshirt, auf dem alle Reservisten, die geholfen haben, unterschrieben haben haben. Er führt in durch die Halle und erklärt ihm die Aktion. Besonders beeindruckt ist er von den vielen Unterschriften der Spender auf einer Liste, die den ganzen Tag in der Halle hing.

16:00 Uhr:
Markus Gessler und Maria Kostoglou entscheiden, dass die Halle noch eine halbe Stunde geöffnet bleibt. Der Besucherstrom versiegt nun und nur noch ein paar Nachzügler nehme die Gelegenheit zur Stammzellenspende wahr. Die ersten Arbeiten zum Abbau der Veranstaltung beginnen.

1317 Spender! Wir sind stolz! Mit "wir" meine ich die Reservisten, das Roto Kreuz, den Arzthelferinnenstammtisch, den Schwestern und Pflegern der Krankenhäuser Buchen, Hardheim, Mosbach und Wertheim, den Ärzten, die den Tag begleiteten, den Schüler, den Lehrern, den Eltern und den Sponsoren, die dies erst ermöglichten!

17:00 Uhr und später:
Der Abbau ist in vollem Gange. Am schnellsten war die Halle leer geräumt. Der Platz, an dem die Unterlagen zusammengestellt und die Kassen geprüft wurden, kam zum Schluss. Die Kuchetheke und unser Küchenteam waren am längsten mit dem Aufräumen beschäftigt.

Als das erledigt war, setzen wir uns zusammen und merkten erst dann, wie anstrengend der Tag doch gewesen ist. Unsere Skeptiker gratulierten uns, wir waren stolz, wir freuten uns. Wir waren allen, die diesen Tag mitgestaltet haben, dankbar.

Noch lange sind wir zusammengesessen und haben ein bisschen gefeiert...

Text: Rainer Weiß

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